Unterwegs laden

Ladestation passend finden: mit Anhänger, im Rollstuhl, mit Kabellänge und Ausstattung

Nicht jede Ladesäule passt zu jeder Situation. Mit Anhänger musst du oft abkuppeln, im Rollstuhl stören hohe Bordsteine und zu hohe Displays, und manchmal ist das Ladekabel zu kurz. Hier erfährst du, worauf du vor der Anfahrt achten kannst.

Unterwegs laden · Ratgeber · 4 Min. Lesezeit

E-Auto mit Anhänger an breiter, ebenerdiger Ladesäule, Ladekabel eingesteckt

Redaktion: Ladechef · Textstand 05.10.2026

Kurz gesagt

  • An vielen Ladestationen musst du einen Anhänger abkuppeln. Ladesäulen mit Durchfahrt oder Längsparkplatz ersparen dir das, sind aber noch selten.
  • Barrierefrei heißt laut ADAC: stufenlos, frontal und seitlich anfahrbar und im Sitzen bedienbar. Hohe Bordsteinkanten und zu hohe Displays sind typische Hürden.
  • An Schnellladesäulen ist das Kabel fest angeschlagen. Je nach Lage der Ladeklappe und des Parkplatzes kann es zu kurz sein, dann hilft Rangieren oder Rückwärtseinparken.
  • Im ADAC-Test 2025 bot keine der 50 geprüften Anlagen an Autobahnen überdachte Ladepunkte. Autohöfe schnitten deutlich besser ab als Rastanlagen.
In diesem Ratgeber

Laden mit Anhänger oder Wohnwagen

Die meisten Ladesäulen stehen an der Stirnseite von Parkplätzen. Mit Anhänger blockierst du dort je nach Ladeposition andere Ladesäulen, Parkplätze oder sogar den Fahrweg.

An vielen Ladestationen bleibt dir deshalb nichts anderes übrig, als den Anhänger abzukuppeln. Das kostet Zeit und ist umständlich.

Entlang der Autobahnen entstehen immer häufiger Schnellladesäulen, die als Durchfahrtslösung gebaut sind, ähnlich wie an einer Tankstelle. Sie eignen sich auch für Gespanne.

Noch sind solche Plätze selten. Im ADAC-Test 2025 war nur an zwei von 50 Rastanlagen und Autohöfen Längsparken für Camper oder Fahrzeuge mit Anhänger möglich, ohne abzukuppeln. Bei einer ADAC-Stichprobe an Rastanlagen 2024 klappte das Laden mit Anhänger ohne Abkuppeln nur an einer Anlage.

Der ADAC fordert deshalb mehr Durchfahrt-Ladestandorte und Längsparkplätze für Anhängergespanne.

Mit Anhänger: Wo du abkuppeln musst und wo nicht

  • HäufigLadesäule an der Stirnseite
    • Mit Anhänger blockierst du andere Ladesäulen, Parkplätze oder den Fahrweg
    • Oft musst du den Anhänger abkuppeln
  • SeltenDurchfahrt oder Längsparkplatz
    • Laden ohne Abkuppeln, ähnlich wie an einer Tankstelle
    • Im ADAC-Test 2025 nur an zwei von 50 Rastanlagen und Autohöfen möglich
Quelle: ADAC.

Im Rollstuhl laden: Worauf es ankommt

  • Barrierefrei erreichbar heißt laut ADAC: Du kannst mit dem Rollstuhl frontal und seitlich gut an die Ladesäule heranfahren.
  • Es gibt keine Stufen, der Boden ist nicht zu stark geneigt und der Belag ist rutschfest und sicher befahrbar.
  • Die Geräte an der Säule lassen sich mühelos im Sitzen bedienen.
  • Typische Barrieren sind laut Nationaler Leitstelle Ladeinfrastruktur hohe Bordsteinkanten, zu hohe Displays und fehlender Platz, um mit dem Rollstuhl auszusteigen.
  • Auch das Kabel spielt eine Rolle: Je höher die mögliche Stromstärke, desto dicker, schwerer und unhandlicher ist das Ladekabel.

Reicht das Ladekabel? Ladeklappe und Einparken

  • Schau zuerst, wo dein Ladeanschluss sitzt. Laut einer ADAC-Auswertung liegt er am häufigsten hinten auf der Beifahrerseite (37 Prozent), gefolgt von hinten auf der Fahrerseite (28 Prozent).
  • An Gleichstrom-Schnellladesäulen, wie an Autobahnen und in Ladeparks, sind die Kabel immer fest angeschlagen.
  • Schnellladesäulen fährst du meist quer zur Straße an. Das passt gut für Autos mit dem Anschluss an der Front.
  • Sitzt die Ladeklappe seitlich, musst du teilweise rangieren und eventuell rückwärts einparken. Je nach Parkplatz muss das schwere Kabel sonst gespannt eingesteckt werden oder es ist zu kurz.
  • Am Straßenrand ist ein Anschluss hinten auf der Fahrerseite oft unpraktisch. Das Kabel muss um das ganze Auto herum, wird häufig gespannt, und Klappe und Kabel ragen nicht selten in die Straße.
  • Für dein eigenes Ladekabel empfiehlt der ADAC sieben oder acht Meter Länge, damit du für jede Situation gerüstet bist.

Wie parkst du ein, damit das Kabel reicht?

Wo sitzt dein Ladeanschluss?

  • der Anschluss an der Front sitztFahr quer zur Straße vorwärts an die Schnellladesäule, das passt gut.
  • die Ladeklappe seitlich sitztRangiere und parke eventuell rückwärts ein, sonst ist das Kabel gespannt oder zu kurz.
  • du am Straßenrand lädst und der Anschluss hinten auf der Fahrerseite sitztDas ist oft unpraktisch: Das Kabel muss um das ganze Auto herum und ragt nicht selten in die Straße.
Quelle: ADAC.

Ladeparks mit Überdachung, Toilette und Verpflegung

Der ADAC hat 2025 die Schnellladeangebote an 25 Rastanlagen und 25 Autohöfen entlang der 15 längsten deutschen Autobahnen geprüft. Komfort wie Überdachung, Gastronomie oder Sanitäranlagen machte 25 Prozent der Note aus.

Keine einzige Anlage im Test bot überdachte Ladepunkte.

Ladepunkte, die zu weit von den Gebäuden entfernt oder zu wenig beleuchtet waren, führten oft zu Abwertungen.

Autohöfe schnitten deutlich besser ab als Rastanlagen. Alle 13 Bewertungen mit der Note gut gingen an Autohöfe.

Auf knapp einem Drittel der Anlagen fanden die Tester mindestens einen defekten Ladepunkt.

Der ADAC fordert Überdachung, ausreichende Beleuchtung und Pausenmöglichkeiten an Ladestandorten.

Ladesäulen auf der Karte suchen und filtern

Online-Ladesäulenkarten lassen sich zum Beispiel nach Standort, Ladeleistung, Steckertyp und Anbieter filtern.

Die Bundesnetzagentur zeigt in ihrer Ladesäulenkarte die gemeldeten öffentlich zugänglichen Ladepunkte. Du kannst im Umkreis suchen und nach Steckertyp filtern und siehst Betreiber, Adresse und technische Ausstattung.

Die Karte der Bundesnetzagentur ist nicht lückenlos. Es gibt mehr Ladepunkte, als dort angezeigt werden.

Vor der Anfahrt prüfen

  • Mit Anhänger: Suche gezielt Ladesäulen, an denen du nicht abkuppeln musst, etwa mit Durchfahrt oder Längsparkplatz.
  • Im Rollstuhl: Prüfe, ob du frontal und seitlich heranfahren kannst, ob Stufen oder hohe Bordsteine im Weg sind und ob genug Platz zum Aussteigen bleibt.
  • Kabel: Vergleiche die Lage deiner Ladeklappe mit der Position der Säule und parke bei Bedarf rückwärts ein.
  • Eigenes Ladekabel: Wähle lieber ein längeres, der ADAC empfiehlt sieben bis acht Meter.
  • Pause: Achte auf Gastronomie, Sanitäranlagen und Beleuchtung am Standort. Im ADAC-Test schnitten Autohöfe besser ab als Rastanlagen.
Fachquellen (10)
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