Langstrecke mit dem E-Auto: Wie plane ich Ladestopps richtig?
Auf langen Fahrten lädst du dein E-Auto unterwegs. Der ADAC rät, Ladestopps vorausschauend zu planen. Dann überrascht dich ein nötiger Stopp nicht. Hier erfährst du, mit wie viel Restakku du an der Säule ankommen solltest und wie lange sich Laden lohnt. Außerdem: was hilft, wenn die Säule besetzt ist oder der Akku leer wird.

Redaktion: Ladechef · Textstand 05.10.2026
Kurz gesagt
- Plane beim nächsten Ladestopp eine Restkapazität von 10 bis 20 Prozent ein. So hast du einen Puffer für Umleitungen und defekte Ladesäulen.
- Am Schnelllader sparst du Zeit, wenn du mit niedrigem Ladestand startest und bei etwa 80 Prozent aufhörst. Die letzten 20 Prozent dauern relativ lange.
- Ladepreise unterscheiden sich je nach Säule und Anbieter teils deutlich. Der Preis muss an der Säule oder in der App des Anbieters angezeigt werden.
- Verlass dich nicht auf die Notlaufreserve. Fahr schon bei der ersten Akkuwarnung rechtzeitig eine Ladestation an.
In diesem Ratgeber
Route und Ladestopps vor der Fahrt planen
Prüf deine Strecke vor der Abfahrt nicht nur auf Baustellen und Behinderungen. Schau dir auch an, wo du unterwegs laden kannst.
Moderne E-Autos können die Route mit Ladestopps direkt im Navigationssystem planen. Auch auf Online-Karten kannst du dir Ladesäulen entlang deiner Route anzeigen lassen.
Viele E-Autos wärmen den Akku vor dem Ladestopp vor. Diese Funktion hängt oft am eingebauten Navi. Der Akku wird also nur vorgewärmt, wenn du die Ladesäule dort als Ziel eingegeben hast.
Fahr möglichst nicht zu den Hauptreisezeiten. Dann musst du dich seltener mit anderen um freie Ladesäulen streiten.
Rechne nicht fest mit der Reichweite aus dem Prospekt. Bei hohem Tempo oder Kälte sinkt die Reichweite deutlich.
Wie viel Restakku bei Ankunft an der Ladesäule?
Der ADAC empfiehlt, bei der Planung des nächsten Ladestopps immer eine Restkapazität von 10 bis 20 Prozent einzuplanen.
Dieser Puffer hilft dir bei Umleitungen oder wenn eine Ladesäule kaputt ist.
Bei den meisten Autos kommt die erste Akkuwarnung recht früh, nämlich bei 15 bis 20 Prozent Ladestand oder 40 bis 80 Kilometern Restreichweite.
Puffer und erste Akkuwarnung im Überblick
- 10 bis 20 %Restakku beim nächsten Ladestopp einplanen
Puffer für Umleitungen oder eine kaputte Ladesäule
- 15 bis 20 %Erste Akkuwarnung bei den meisten Autos
- 40 bis 80 kmRestreichweite bei der ersten Akkuwarnung
Oft kurz oder selten lange laden?
Beim Schnellladen bleibt die Ladeleistung nicht gleich hoch. Das zeigt die Ladekurve. Am höchsten ist die Leistung meist bei niedrigem Ladestand.
Der Grund: Je voller der Akku ist, desto weniger Leistung verträgt er ohne Schaden. Das Batteriemanagement senkt die Ladeleistung deshalb, um die Zellen zu schützen.
Am schnellsten geht es, wenn du mit möglichst niedrigem Ladestand startest und bei 80 Prozent aufhörst. Danach dauert das Laden unverhältnismäßig lange. Laut ADAC dauert ein Ladestopp so meist nur 15 bis 30 Minuten.
Auf einer langen Fahrt kann es sinnvoll sein, mehrmals zum Beispiel auf 60 Prozent zu laden, statt den Akku auf 100 Prozent zu füllen.
Wenn zwei Autos gleichzeitig an einer Schnellladesäule laden, kann sich die Ladeleistung halbieren.
Warum du am Schnelllader bei 80 Prozent aufhören solltest
Günstige Ladestationen entlang der Route finden
Die Preise an Ladesäulen unterscheiden sich. Deutliche Abweichungen sind nicht selten.
Die Betreiber rechnen nach geladenen Kilowattstunden ab, nach Ladedauer oder nach beidem. Dazu können Roaming- und Startgebühren kommen.
Beim Laden muss an der Säule oder in der App des Anbieters ein Preis in Cent pro Kilowattstunde stehen. So kannst du Preise vorher vergleichen. Auch ein Ladepreisvergleich im Internet hilft dir dabei.
Spontanes Laden ohne Anmeldung (Ad-hoc-Laden) ist meist teurer als ein Tarif mit Anmeldung. Für lange Fahrten rät die Verbraucherzentrale, sich bei mehreren Anbietern anzumelden. Dann kannst du mehr günstige Säulen nutzen.
Die Bundesnetzagentur hat eine Karte mit Ladesäulen. Auch die Apps der Anbieter zeigen dir Ladestationen.
Säule besetzt oder defekt: Ausweichsäule einplanen
- Such dir vor der Fahrt für jeden Ladestopp einen Plan B und am besten auch einen Plan C. Eine Säule kann zugeparkt oder kaputt sein.
- Plane so viel Restakku ein, dass du die Ausweichsäule noch sicher erreichst.
- Prüf vor der Reise, wie du an den Säulen bezahlen kannst und welche Roaming-Abkommen deine Ladekarten oder Apps haben.
- Melde dich bei mehreren Anbietern an. Dann kannst du auch an der Ausweichsäule laden.
Was passiert, wenn der Akku unterwegs leer wird?
Stufe 1: Das Batteriesymbol wird orange oder es erscheint ein Hinweis wie „Batterieladung niedrig“.
Stufe 2: Fährst du weiter, werden die Warnungen deutlicher, teils auch mit Tönen. Manche Autos schlagen vor, in den Eco-Modus zu wechseln oder Heizung und Klimaanlage zu drosseln. Beim kräftigen Beschleunigen fehlt dann schon Leistung.
Stufe 3: Wird die Restreichweite einstellig, drosseln viele Autos die Leistung spürbar. Das Auto beschleunigt schwächer und fährt sich träger.
Bei 0 Prozent bleiben die Autos laut ADAC-Test noch nicht stehen. Eine Notlaufreserve bringt sie noch rund 15 bis 20 Kilometer weit, mit noch weniger Leistung. In diesem Bereich kann das Auto aber jederzeit ausgehen.
Bleibt dein Auto liegen, hilft nur der Abschleppdienst oder eine mobile Lademöglichkeit. E-Autos dürfen nicht auf eigenen Rädern gezogen werden. Der Motor erzeugt dabei Spannung, die die Elektronik beschädigen kann.
Mobiles Laden dauert sehr lange. Lädt ein E-Auto ein anderes, braucht das gut und gerne 30 bis 60 Minuten für 5 bis 10 Kilometer Reichweite.
So warnt dich das Auto, bevor der Akku leer ist
- Stufe 1: Batteriesymbol wird orange
Oder es erscheint ein Hinweis wie „Batterieladung niedrig“.
- Stufe 2: Warnungen werden deutlicher
Teils mit Tönen. Beim kräftigen Beschleunigen fehlt schon Leistung.
- Stufe 3: Restreichweite wird einstellig
Viele Autos drosseln die Leistung spürbar und fahren sich träger.
- 0 Prozent: Notlaufreserve
Noch rund 15 bis 20 Kilometer mit noch weniger Leistung. Das Auto kann jederzeit ausgehen.
Fachquellen (8)
- ADAC: Elektroauto: Was passiert, wenn der Akku leer ist? (2025)
- ADAC: Elektroauto leer fahren? Fast unmöglich! (2025)
- ADAC Hessen-Thüringen: Das gilt es bei Reisen mit dem E-Auto zu beachten (2024)
- ADAC: E-Auto Schnellladen: Ladekurven für die Langstrecke (2026)
- ADAC: Elektroauto: Die 10 besten Tipps für E-Auto-Neulinge (2026)
- ADAC: E-Auto: Die wichtigsten Praxis-Tipps für mehr Reichweite (2023)
- Verbraucherzentrale: Elektroauto: Worauf Sie beim unterwegs Laden achten sollten (2026)
- ADAC: Zu Hause oder öffentlich: Wie und wann lade ich mein Elektroauto am besten auf? (2024)
Quellen und redaktionelle Prüfung
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