Was kosten 100 km und eine volle Akkuladung zu Hause und an der Ladesäule?
Was eine Akkuladung und 100 km kosten, rechnest du mit drei Werten aus: Verbrauch, Ladeverluste und Strompreis. Deine eigenen Kosten zu Hause und unterwegs berechnet der Ladekosten-Rechner.

Redaktion: Ladechef · Textstand 29.09.2026
Kurz gesagt
- Die Kosten für 100 km sind der Verbrauch in kWh pro 100 km mal der Strompreis pro kWh. Der Bordcomputer zeigt die Ladeverluste nicht an. Du musst sie selbst dazurechnen.
- Laut BDEW-Strompreisanalyse zahlen Haushalte 2026 bisher im Durchschnitt 37,0 Cent pro kWh.
- Beim Laden an der Haushaltssteckdose geht deutlich mehr Energie verloren als an einer Wallbox.
In diesem Ratgeber
Ladekosten-Rechner: deine Kosten pro 100 km, Monat und Jahr berechnen →
So rechnest du die Kosten für 100 km
Die Grundformel ist einfach: Verbrauch in kWh pro 100 km mal Strompreis pro kWh ergibt deine Stromkosten für 100 km.
Der Bordcomputer zeigt nur die Energie, die im Akku gespeichert wurde. Die Energie, die du tatsächlich aus dem Netz beziehst, ist höher. Deshalb musst du die Ladeverluste dazurechnen.
Im ADAC Ecotest verbrauchen die getesteten E-Autos zwischen 13,4 und 29,7 kWh pro 100 km. Die Ladeverluste sind in diesen Werten schon enthalten. Gemessen wird auf dem Prüfstand mit einem gemischten Fahrprofil, geladen wird an einer 22-kW-Wallbox.
Höhere Geschwindigkeiten und niedrige Temperaturen erhöhen den Verbrauch deutlich.
Ladeverluste: So viel Energie geht unterwegs verloren
- Haushaltssteckdose: In der ADAC-Studie gingen je nach Modell 12,7 bis 24,2 Prozent verloren.
- Wallbox mit 11 kW: 5,1 bis 7,0 Prozent Verlust.
- DC-Schnelllader: insgesamt 5 bis 15 Prozent Verlust. Ein Teil davon entsteht beim Kühlen oder Heizen des Akkus, ein Teil bei der Umwandlung in der Ladesäule.
- Die Energie, mit der der Akku am Schnelllader aufgewärmt wird, kommt aus der Ladesäule, landet aber nicht im Akku. Du bezahlst sie trotzdem.
- Beim Laden mit Wechselstrom zu Hause entstehen Verluste vor allem im Bordladegerät, durch den Stromverbrauch der Steuergeräte und bei langen Zuleitungen.
Beispiel: 100 km und eine Vollladung zu Hause
Den Durchschnittspreis für Haushaltsstrom ermittelt der BDEW. Für 2026 liegt er bisher bei 37,0 Cent pro kWh. Davon entfallen 15,2 Cent auf Beschaffung und Vertrieb, 9,2 Cent auf Netzentgelte und 12,6 Cent auf Steuern, Abgaben und Umlagen.
Mit den Verbrauchswerten aus dem ADAC Ecotest (13,4 bis 29,7 kWh pro 100 km, inklusive Ladeverluste) und 37,0 Cent pro kWh kosten 100 km zu Hause rund 5 bis 11 Euro. Das hängt vom Modell ab.
Die Kosten einer Vollladung berechnest du so: nutzbare Akkukapazität plus Ladeverluste, mal Strompreis. Stiftung Warentest rechnet zum Beispiel mit einem Akku mit 50 kWh.
Bei 50 kWh und 5,1 bis 7,0 Prozent Verlust an einer 11-kW-Wallbox brauchst du etwas mehr als 50 kWh aus dem Netz. Mit 37,0 Cent pro kWh sind das rund 19 bis 20 Euro.
Öffentlich laden an AC- und DC-Säulen
Die Betreiber berechnen den Preis nach geladenen Kilowattstunden, nach der Ladedauer oder nach einer Kombination aus beidem.
In der Stichprobe von Stiftung Warentest war Schnellladen an öffentlichen Säulen teurer als Normalladen.
So ermittelst du deine eigenen Kosten
- Lies den Verbrauch in kWh pro 100 km im Bordcomputer ab und rechne die Ladeverluste deiner Ladeart dazu.
- Nimm den Preis pro kWh aus deinem Stromvertrag und multipliziere ihn mit dem Verbrauch.
- Prüfe an der öffentlichen Säule den angezeigten Preis pro kWh, bevor du den Ladevorgang startest.
- Achte darauf, ob der Betreiber nach kWh, nach Zeit oder nach beidem abrechnet.
Fachquellen
- BDEW: BDEW-Strompreisanalyse Herbst 2026 (2026)
- ADAC: Ladeverluste beim Elektroauto (2026)
- ADAC: Stromverbrauch von Elektroautos im ADAC Ecotest (2026)
- ADAC: E-Auto am Schnelllader, so viel Energie geht verloren (2025)
- ADAC: Elektroauto laden zu Hause, an der Wallbox oder der Ladesäule (2024)
- Bundesministerium der Justiz: Preisangabenverordnung § 14 (2022)
- Verbraucherzentrale: Laden, Reichweite, Kosten beim Elektroauto (2026)
- Stiftung Warentest: Ladesäulen-Apps im Test (2022)
Quellen und redaktionelle Prüfung
Verantwortlich für die Inhalte ist Maik Blume, Ladechef. Wir gleichen Aussagen mit den verlinkten Quellen ab. Auswahlhilfen ordnen deine Antworten ein; sie ersetzen keine individuelle technische Prüfung. Preisangaben stammen aus unserer Tarifdatenbank, ihr Stand ist gesondert angegeben.