Welcher Stromtarif lohnt sich fürs E-Auto zu Hause?
Zu Hause kannst du dein E-Auto mit deinem normalen Haushaltstarif laden. Manche Energieversorger bieten außerdem eigene Autostromtarife an. Für einen reinen Autostromtarif brauchst du einen zweiten Zähler. Hier erfährst du, wie sich die Tarifarten unterscheiden und wie du mit deiner Jahresfahrleistung rechnest.

Redaktion: Ladechef · Textstand 29.09.2026
Kurz gesagt
- Du kannst dein E-Auto mit jedem normalen Haushaltstarif laden. Für einen getrennt abgerechneten Autostromtarif brauchst du einen zweiten Zähler.
- Laut ADAC kann sich ein eigener Autostromtarif lohnen, wenn du mehr als 10.000 Kilometer im Jahr fährst und viel zu Hause lädst. Darunter war ein gemeinsamer Anschluss für alles im Haus zuletzt in der Regel günstiger.
- Ein dynamischer Tarif setzt ein intelligentes Messsystem voraus. Laut Verbraucherzentrale lohnt er sich vor allem für Haushalte mit hohem und zeitlich flexiblem Verbrauch, etwa mit E-Auto.
- Der ADAC setzt für 10.000 Kilometer im Jahr einen Strombedarf von rund 2.000 kWh an.
In diesem Ratgeber
Ladekosten-Rechner: deine Kosten pro 100 km, Monat und Jahr berechnen →
Die Tarifarten im Überblick
Haushaltstarif: Du schließt die Wallbox an deinen normalen Zähler an. Das Auto lädt dann mit dem Strom aus deinem bestehenden Haushaltsvertrag.
Autostromtarif: Manche Energieversorger bieten eigene Tarife fürs Laden zu Hause an. Wird der Ladestrom getrennt abgerechnet, brauchst du einen zweiten Stromzähler. Laut ADAC ist Autostrom oft günstiger als der örtliche Haushaltstarif.
Kombitarif: Hier werden Ladestrom und Haushaltsstrom gemeinsam über einen Zähler abgerechnet.
Dynamischer Tarif: Der Arbeitspreis richtet sich nach dem Börsenpreis und ändert sich meist alle 15 Minuten. Dafür brauchst du ein intelligentes Messsystem. Wie das im Alltag funktioniert, erklären wir in unserem eigenen Ratgeber zum dynamischen Stromtarif fürs E-Auto.
Gemeinsamer oder getrennter Zähler
- Gemeinsamer Zähler: Der Ladestrom läuft über deinen Haushaltsvertrag oder über einen Kombitarif. Du hast einen Vertrag für alles.
- Getrennter Zähler: Du hast zwei Stromverträge, einen für den Haushalt und einen für das Auto. Die beiden Verträge kannst du auch bei verschiedenen Anbietern abschließen.
- Die Wallbox gilt als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug regeln. Im Gegenzug sind geringere Netzentgelte möglich. Das ist ein Grund, warum Autostromtarife günstig sein können.
- Bei Wallboxen, die ab 2024 installiert wurden, darf der Netzbetreiber nicht mehr ganz abschalten. Auch beim Drosseln müssen mindestens 4,2 Kilowatt verfügbar bleiben.
- Beim reduzierten Netzentgelt gibt es drei Module. Modul 1 ist eine Pauschale. Modul 2 senkt den Arbeitspreis des Netzentgelts auf 40 Prozent und setzt einen separaten Zähler voraus. Modul 3 hat zeitvariable Preise und braucht ein intelligentes Messsystem.
Was ein zweiter Zähler kostet
Laut ADAC kann ein Umbau des Zählerschranks bis zu 2.000 Euro kosten. Für die Installation des Zählers nennt der ADAC 100 bis 200 Euro. Eine Wallbox mit eingebautem Zähler kostet laut ADAC zwischen 600 und 2.000 Euro.
Auch für den Autostromtarif selbst zahlst du einen eigenen monatlichen Grundpreis.
Diese Kosten können die Ersparnis beim Strompreis wieder aufzehren. Deshalb solltest du vorher ausrechnen, ob und ab wann sich der zweite Zähler für dich lohnt.
Rechenbeispiel mit deiner Jahresfahrleistung
- Faustwert: Der ADAC rechnet bei 10.000 Kilometern im Jahr mit rund 2.000 kWh Strombedarf.
- Wie viel dein Auto braucht, hängt vom Modell ab. Laut Verbraucherzentrale verbrauchen E-Autos in der Regel 15 bis 20 kWh pro 100 Kilometer. Im ADAC-Test lagen die Werte zwischen 13,4 und 29,7 kWh, dort sind die Ladeverluste schon enthalten.
- Beispiel 15.000 Kilometer: Bei 15 bis 20 kWh pro 100 Kilometer ergibt das 2.250 bis 3.000 kWh im Jahr.
- So rechnest du die Jahreskosten: Strombedarf mal Arbeitspreis plus Grundpreis. Mit getrenntem Zähler kommen ein zweiter Grundpreis und die einmaligen Kosten für den Zähler dazu.
- Einordnung laut ADAC: Ab mehr als 10.000 Kilometern im Jahr und viel Laden zu Hause kann sich ein eigener Autostromtarif lohnen. Darunter war ein gemeinsamer Anschluss zuletzt in der Regel günstiger.
- Ein dynamischer Tarif lohnt sich laut Verbraucherzentrale bei hohem und zeitlich flexiblem Verbrauch. Das volle Risiko schwankender Preise trägst du dabei selbst.
So findest du deinen Tarif
- Schätze ab, wie viele Kilometer du im Jahr fährst und wie viel davon du zu Hause lädst.
- Schau nach, wie viel Strom dein Auto laut Test verbraucht, am besten mit Ladeverlusten.
- Lass dir die Kosten für einen zweiten Zähler und einen möglichen Umbau des Zählerschranks vorab nennen.
- Vergleiche Tarife nicht nur über Vergleichsportale, denn die listen nicht alle Anbieter. Frag auch bei den Stadtwerken vor Ort nach.
- Wähle bei der Anmeldung der Wallbox beim Netzbetreiber das Modul fürs Netzentgelt. Wählst du keins, gilt automatisch Modul 1.
Fachquellen
- ADAC: Autostromtarife: Das E-Auto günstig zu Hause laden (2026)
- Stiftung Warentest: Autostrom-Tarife: E-Auto günstig zu Hause laden (2022)
- Verbraucherzentrale: Laden, Reichweite, Kosten: Worauf Sie beim Elektroauto achten sollten (2026)
- ADAC: Stromverbrauch von Elektroautos im ADAC Test (2026)
- ADAC: E-Auto mit eigenem Solarstrom laden (2024)
- Verbraucherzentrale: Dynamische Stromtarife: Für wen es sich lohnt (2025)
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen - Reduzierung des Netzentgelts (2025)
Quellen und redaktionelle Prüfung
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