Photovoltaik & Solarladen

PV-Überschussladen: So lädst du mit eigenem Solarstrom

Mit einer Solaranlage auf dem Dach kannst du dein E-Auto zum Teil mit eigenem Strom laden. Hier steht, was du dafür brauchst, ab wann es funktioniert und was beim Netzbetreiber gilt.

Photovoltaik & Solarladen · Ratgeber · 3 Min. Lesezeit

Einfamilienhaus mit Solaranlage, E-Auto lädt an der Wallbox

Redaktion: Ladechef · Textstand 29.09.2026

Kurz gesagt

  • PV-Überschussladen lädt dein Auto mit dem Solarstrom, den das Haus gerade nicht selbst braucht.
  • Nötig sind mindestens rund 1,4 kW Überschuss, dreiphasig rund 4,1 kW. Eine Phasenumschaltung hilft bei wenig Sonne.
  • Eingespeister Solarstrom bringt bei neuen kleinen Anlagen 7,70 Cent pro kWh, Netzstrom kostet Haushalte 2026 im Schnitt 37,0 Cent.
In diesem Ratgeber

So funktioniert Überschussladen

Beim Überschussladen passt ein Energiemanagement die Ladeleistung laufend an die Solaranlage an. Scheint viel Sonne, lädt das Auto schneller, bei wenig Sonne langsamer.

Dafür misst ein Zähler am Netzanschlusspunkt, wie viel Strom gerade ins Netz fließen würde. Das Energiemanagement teilt der Wallbox mit, welche Leistung sie beziehen darf.

Die HTW Berlin hat die Energieflüsse in 730 Haushalten ausgewertet. Mit dynamischem Überschussladen stieg der Solaranteil der Autoladung im Mittel um 25 Prozentpunkte, verglichen mit Laden bei voller Leistung direkt nach der Ankunft.

Was du dafür brauchst

  • Eine Photovoltaikanlage und eine Wallbox. Batteriespeicher und Energiemanagementsystem sind optional.
  • Einen Stromzähler am Netzanschlusspunkt. Ohne Messung des tatsächlichen Netzbezugs erkennt das System keinen Überschuss.
  • Eine steuerbare Wallbox mit offener Schnittstelle. Fehlt die Schnittstelle, ist ein neues Gerät nötig.
  • Ein Auto, das mit kleinen Ladeleistungen zurechtkommt. Der ADAC rät, das schon vor dem Autokauf zu prüfen.

Warum mindestens 1,4 kW Überschuss nötig sind

Eine Wallbox kann dem Auto keinen kleineren Ladestrom als 6 Ampere vorgeben. Einphasig ergibt das rund 1,4 kW, dreiphasig rund 4,1 kW.

Die Verbraucherzentrale rät deshalb: Nach Abzug des Haushaltsbedarfs sollten mindestens 1,4 kW Solarleistung übrig sein.

Wallboxen mit automatischer Phasenumschaltung wechseln je nach Überschuss zwischen einphasigem und dreiphasigem Laden. Während des Umschaltens wird das Laden kurz unterbrochen.

Lohnt sich das?

Für Solarstrom, den du ins Netz einspeist, gibt es bei Anlagen auf Gebäuden bis 10 kW mit Überschusseinspeisung 7,70 Cent pro kWh. Das gilt für Anlagen, die vom 1. August bis 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen.

Strom aus dem Netz kostet Haushalte laut Strompreisanalyse des BDEW 2026 bisher durchschnittlich 37,0 Cent pro kWh, gerechnet mit Neukundentarifen und 3.500 kWh Jahresverbrauch.

Jede kWh eigener Solarstrom im Auto ersetzt damit Netzstrom, der ein Vielfaches der Einspeisevergütung kostet.

Die Vergütungssätze beruhen auf dem EEG 2023, das bis Ende 2026 gilt. Eine Nachfolgeregelung ist laut Bundesnetzagentur in parlamentarischer Beratung.

Anmeldung und steuerbare Wallbox nach § 14a

  • Jede Wallbox musst du vor der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber anmelden. Über 12 kVA, das sind etwa 11 kW, braucht sie zusätzlich seine Zustimmung.
  • Neue Wallboxen über 4,2 kW gelten seit 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtung. Der Netzbetreiber darf ihren Strombezug aus dem Netz vorübergehend auf bis zu 4,2 kW drosseln. Dafür zahlst du weniger Netzentgelt.
  • Eigener Solarstrom zählt nicht gegen diese Grenze. Auch bei einer Drosselung darf die Wallbox mehr Leistung nutzen, wenn sie aus der eigenen Solaranlage kommt.
  • Für eine steuerbare Wallbox schließt du mit dem Netzbetreiber eine Vereinbarung zur netzorientierten Steuerung ab. Wallboxen ab 2024 gehören außerdem zu den Pflichtfällen für ein intelligentes Messsystem.

Batteriespeicher und dynamische Stromtarife

Ein Heimspeicher erhöht den Solaranteil der Autoladung laut HTW-Feldanalyse im Median nur um 9 Prozentpunkte. Heimspeicher sind meist deutlich kleiner als der Akku des Autos.

Das Auto direkt mit Solarstrom zu laden ist effizienter als der Umweg über den Speicher, weil beim Zwischenspeichern Energie verloren geht.

Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromanbieter dynamische Stromtarife anbieten. Nutzen kannst du sie, wenn ein intelligentes Messsystem eingebaut ist.

Vor dem Kauf klären

  • Im Handbuch nachsehen, mit welcher kleinsten Leistung und mit wie vielen Phasen dein Auto lädt.
  • Hersteller und Modell von Wechselrichter und Energiemanagement notieren.
  • Bei der Wallbox auf Überschussladen, offene Schnittstelle und automatische Phasenumschaltung achten.
  • Anmeldung beim Netzbetreiber einplanen und die Module für das reduzierte Netzentgelt vergleichen.

Fachquellen

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