Bezahlen an der Ladesäule: Rechnung, Kreditkarten-Reservierung, Reklamation und QR-Betrug
An der Ladesäule bezahlst du mit Ladekarte, mit App oder ohne Vertrag direkt an der Säule. Hier erfährst du, wie du an deine Rechnung kommst und warum auf der Karte zuerst ein höherer Betrag gesperrt wird. Du erfährst auch, wie du eine Abrechnung prüfst und woran du überklebte QR-Codes erkennst.

Redaktion: Ladechef · Textstand 05.10.2026
Kurz gesagt
- Abgerechnet wird in Kilowattstunden. Der Ladevorgang muss so dokumentiert sein, dass du ihn nachträglich prüfen kannst.
- Beim Laden ohne Vertrag sperren manche Betreiber vorab bis zu 150 Euro auf deiner Karte. Bis der Differenzbetrag wieder frei ist, können je nach Bank mehrere Tage vergehen.
- Gemessen wird an der Ladesäule. Auch Energie, die zum Beispiel die Batterie aufheizt und nicht im Akku landet, bezahlst du mit.
- Betrüger überkleben QR-Codes an Ladesäulen, um an Kontodaten zu kommen. Ein QR-Code im Display der Säule oder die App des Betreibers gelten als sicherere Wege.
In diesem Ratgeber
So bekommst du deine Rechnung
Wie du die Rechnung bekommst, hängt vom Bezahlweg ab. An manchen Ladesäulen zahlst du direkt mit dem Smartphone. Bei anderen Anbietern kommt die Rechnung am Ende des Monats per Post oder E-Mail.
Bei Ladepunkten, die seit dem 13. April 2024 in Betrieb sind, muss der Ad-hoc-Preis schon vor dem Laden angezeigt werden.
Beruht eine Rechnung auf Messwerten, muss der Anbieter dafür sorgen, dass du sie nachvollziehen kannst. Wenn nötig, muss er dir dafür passende Hilfsmittel bereitstellen.
Warum auf der Kreditkarte mehr reserviert wird
Beim Laden ohne Vertrag verlangen manche Betreiber vor dem Ladevorgang eine sogenannte Vorautorisierung von bis zu 150 Euro.
Dabei wird der Betrag nur vorübergehend auf deiner Kredit- oder Debitkarte gesperrt. So prüft der Betreiber, ob die Karte gültig ist.
Nach dem Laden wird der Differenzbetrag wieder frei. Das dauert je nach Bank oft mehrere Tage.
So läuft die Reservierung auf deiner Karte ab
- Vor dem Laden: bis zu 150 Euro werden gesperrt
Der Betreiber verlangt eine Vorautorisierung auf deiner Kredit- oder Debitkarte und prüft so, ob die Karte gültig ist.
- Du lädst
Der gesperrte Betrag wird nur vorübergehend reserviert.
- Nach dem Laden: der Differenzbetrag wird wieder frei
Das dauert je nach Bank oft mehrere Tage.
Warum die Säule mehr Energie anzeigt als das Auto
Beim Laden fließt mehr Strom aus dem Netz, als im Akku ankommt. Abgerechnet wird an der Ladesäule. Du bezahlst also auch Energie, die nicht im Akku landet.
Am Schnelllader liegt ein großer Teil der Verluste an der Batterieheizung. Der Akku muss für schnelles Laden in einem bestimmten Temperaturbereich sein. Ist er kalt, wird er aufgeheizt.
Bei warmer Batterie hat der ADAC am Schnelllader Verluste von 1 bis 4 Prozent gemessen, bei kalter Batterie von 6 bis 10 Prozent.
Der ADAC rät, möglichst viel auf einmal zu laden. Dann fallen die Heizverluste vom Anfang weniger ins Gewicht.
Verluste am Schnelllader: warme und kalte Batterie
- Warme Batterie1 bis 4 %
- Kalte Batterie6 bis 10 %
Falsch abgerechnet? So prüfst du die Rechnung
- Prüfe auf der Rechnung, wie viel Energie du bezogen hast, wie lange du geladen hast und wie sich der Preis daraus berechnet. Diese Angaben musst du nach dem Laden nachprüfen können.
- Suche den Public Key des Ladepunkts. Das ist eine lange Zahlenfolge, die auf das Messgerät gedruckt ist. Mit ihm kannst du prüfen, ob die übertragenen Messwerte stimmen. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die Public Keys in ihrer Ladesäulenkarte.
- Wenn du die Rechnung nicht nachvollziehen kannst, fordere beim Anbieter die Messwerte an und frag nach Hilfsmitteln zur Prüfung. Dazu ist er bei Bedarf verpflichtet.
Manipulierte QR-Codes erkennen
- Die Masche heißt Quishing, zusammengesetzt aus QR-Code und Phishing. Betrüger überkleben den QR-Code an der Ladesäule mit einem eigenen Code. Der führt auf eine gefälschte Seite des Betreibers, auf der du deine Kontodaten eingeben sollst.
- Das Tückische: Beim zweiten Versuch landest du auf der echten Seite und das Laden klappt. Deshalb vergisst man den ersten Fehlversuch leicht.
- Warnzeichen sind ein überklebter oder beschädigter Aufkleber, eine unseriös wirkende Webseite und ungewöhnlich hohe Beträge.
- Prüfe die Internetadresse genau, bevor du etwas eingibst. Nutze eine Scanner-App, die dir die Adresse vor dem Öffnen anzeigt. Achte auch auf Satzzeichen in der Adresse.
- Hat die Säule ein Display, scanne den Code dort statt auf dem Aufkleber. Wechselnde QR-Codes im Display gelten als sichere Alternative.
- Als sicher gelten auch die Lade-App des Betreibers und das Bezahlen mit Karte direkt am Kartenterminal der Säule.
- Gefälschte QR-Codes gibt es nicht nur an Ladesäulen. Das LKA Niedersachsen hat zum Beispiel im November 2024 vor gefälschten Codes an Parkscheinautomaten gewarnt.
Riskant oder sicherer: so bezahlst du an der Ladesäule
- RiskantQR-Code auf dem Aufkleber
- Kann von Betrügern überklebt sein
- Warnzeichen: überklebter oder beschädigter Aufkleber
- Internetadresse vor dem Öffnen genau prüfen
- SichererDisplay, App oder Kartenterminal
- Wechselnde QR-Codes im Display der Säule
- Lade-App des Betreibers
- Bezahlen mit Karte direkt am Kartenterminal der Säule
Wenn du Daten auf einer falschen Seite eingegeben hast
- Wenn schon Geld abgeflossen ist, informiere sofort deine Bank oder ruf den Sperr-Notruf 116 116 an.
- Wende dich an den Kundensupport und versuche, die Zahlungen rückgängig zu machen.
- Erstatte Anzeige, zum Beispiel über die Online-Wache der Polizei in deinem Bundesland.
Fachquellen (10)
- ADAC: E-Autos: Vorsicht vor Quishing-Betrug an der Ladesäule (2025)
- Verbraucherzentrale: Quishing: Falsche QR-Codes in Mails, Briefen, ÖPNV und Straßenverkehr (2025)
- Stiftung Warentest: test warnt: Abzocke an der E-Auto-Ladesäule (2024)
- ADAC: E-Auto laden ohne Ladekarte an Autobahnen (2025)
- ADAC: Ladetarife für Elektroautos (2026)
- Bundesnetzagentur: FAQ Öffentliche Ladeinfrastruktur (2026)
- Bundesnetzagentur: E-Mobilität FAQ und Begriffe (2026)
- Bundesministerium der Justiz: Mess- und Eichgesetz, § 33 Anforderungen an das Verwenden von Messwerten (2026)
- ADAC: E-Auto am Schnelllader: So viel Energie geht zwischen Ladesäule und Akku verloren (2025)
- DKE: Eichrechtskonformes Laden von Elektrofahrzeugen (2022)
Quellen und redaktionelle Prüfung
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