Sicher laden: Regen, Gewitter, Verlängerungskabel und Kabeldiebstahl
Regen, Gewitter oder eine Steckdose weit weg vom Auto werfen beim Laden schnell Fragen auf. Hier liest Du, was ADAC, Verbraucherzentrale und Herstellerhandbücher zum sicheren Laden sagen. Außerdem erfährst Du, wie Dein Ladekabel beim Laden gegen Diebstahl gesichert ist.

Redaktion: Ladechef · Textstand 05.10.2026
Kurz gesagt
- Die elektrischen Kontakte am E-Auto sind gegen Spritzwasser geschützt. Laut Hersteller sind die Ladeanschlüsse auch bei Regen wasserdicht.
- Im Auto sind die Magnetfelder beim Laden laut ADAC-Messung nur leicht erhöht. Wenn Du beim Laden heizt, kommt die Energie aus dem Stromnetz und nicht aus dem Akku.
- Beim Laden wird das Kabel an beiden Seiten verriegelt, außer beim Schuko-Stecker. In manchen Autos stellst Du selbst ein, wann der Stecker verriegelt ist.
In diesem Ratgeber
Kann ich bei Regen laden?
Laut ADAC sind Hochvolt-Batterie, Stromkabel und Elektronikverbindungen beim E-Auto vor Wasser geschützt. Auch die elektrischen Kontakte sind gegen Spritzwasser geschützt.
Ein Hersteller schreibt dazu: Die Ladeanschlüsse sind bei Regen wasserdicht, und Schutzmechanismen verhindern Stromschläge. Der Strom fließt erst, wenn das Kabel richtig angeschlossen ist. Löst sich das Kabel oder reißt es ab, wird der Strom sofort unterbrochen.
Für das mobile Ladegerät an der Haushaltssteckdose nennt ein Herstellerhandbuch zwei Regeln: Fass Stecker und Ladestecker nicht mit feuchten Händen an. Halte den Anschlusskasten am Kabel frei von Wasser.
Kann ich bei Gewitter laden?
Hier unterscheiden sich die Herstellerangaben. Ein Hersteller schreibt, dass die Schutzmechanismen beim Laden auch bei Gewitter wirken.
Ein anderes Herstellerhandbuch sagt zum mobilen Ladegerät für die Haushaltssteckdose ausdrücklich: Den Akku nicht bei Gewitter laden.
Was für Dein Auto und Dein Ladegerät gilt, steht deshalb im jeweiligen Handbuch.
Im Auto selbst bist Du bei Gewitter geschützt. Laut ADAC wirkt auch das E-Auto als Faradayscher Käfig. Hochvolt-Batterie und Fahrzeugelektronik sind gegen Blitzspannungen weitgehend abgesichert.
Verlängerungskabel und Kabeltrommel
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin: Haushaltssteckdosen sind nicht für stundenlange Dauerbelastung mit Strömen über 10 Ampere ausgelegt. Sie können überhitzen, schlimmstenfalls entsteht ein Brand.
Die Verbraucherzentrale rät deshalb, die Schuko-Steckdose nur im Notfall zum Laden zu nutzen und eine fest installierte Ladestation vorzuziehen.
Im Auto sitzen bleiben, heizen oder kühlen
Der ADAC hat die Magnetfelder beim Laden gemessen. Im Auto sind die Werte nur leicht erhöht und insgesamt niedriger als beim Fahren. Die Grenzwerte wurden nicht überschritten.
Laut ADAC gibt es keine Hinweise auf eine Gefahr für die Gesundheit, auch nicht für Menschen mit Implantaten.
Der ADAC empfiehlt, das Auto schon beim Laden vorzuheizen. Die Heizenergie kommt dann über das Ladekabel aus dem Stromnetz und nicht aus dem Akku. Das stellst Du meist im Auto oder per App ein.
Ein Herstellerhandbuch beschreibt das auch für die Klimatisierung: Die geplante Klimafunktion nutzt direkt die Leistung des angeschlossenen Ladegeräts und nicht den Hochvoltakku.
Ist mein Ladekabel gegen Diebstahl gesichert?
- Laut ADAC wird das Ladekabel beim Laden an beiden Seiten verriegelt. Das gilt nicht für den Schuko-Stecker.
- In manchen Autos stellst Du die Verriegelung selbst ein. Ein Herstellerhandbuch nennt drei Modi.
- Immer verriegeln: Der Stecker ist gesperrt, sobald er in der Ladebuchse steckt. Er bleibt gesperrt, bis Du alle Türen entriegelst. Ziehst Du das Kabel nicht innerhalb von 15 Sekunden ab, sperrt er wieder. Dieser Modus soll Kabeldiebstahl verhindern.
- Während des Ladevorgangs verriegeln: Der Stecker ist gesperrt, solange das Auto lädt. Ist der Ladevorgang beendet, wird er entsperrt. Laut Handbuch ist dieser Modus für öffentliche Ladestationen gedacht.
- Nicht verriegeln: Der Stecker bleibt entsperrt. Hier solltest Du laut Handbuch selbst auf Diebstahlschutz achten.
Drei Modi für die Verriegelung des Ladesteckers
- Immer verriegeln
- Gesperrt, sobald der Stecker in der Ladebuchse steckt
- Entsperrt, wenn Du alle Türen entriegelst
- Nicht innerhalb von 15 Sekunden abgezogen: sperrt wieder
- Soll Kabeldiebstahl verhindern
- Während des Ladevorgangs verriegeln
- Gesperrt, solange das Auto lädt
- Entsperrt, wenn der Ladevorgang beendet ist
- Gedacht für öffentliche Ladestationen
- Nicht verriegeln
- Der Stecker bleibt entsperrt
- Auf Diebstahlschutz achtest Du selbst
So lädst Du sicher
- Fass Stecker und Ladestecker nicht mit feuchten Händen an.
- Steck das mobile Ladegerät ohne Verlängerungskabel, Kabeltrommel oder Adapter direkt ein.
- Lade an der Haushaltssteckdose nur im Notfall.
- Lies im Handbuch Deines Autos und Ladegeräts nach, was dort zum Laden bei Gewitter steht.
- Soll Dein Kabel dauerhaft gesichert sein, wähle in den Ladeeinstellungen den Modus Immer verriegeln, falls Dein Auto ihn anbietet.
- Heiz oder kühl das Auto vor, solange es noch am Ladekabel hängt.
Fachquellen (10)
- ADAC: Fahren bei Gewitter: Was gilt für Auto, Cabrio, E-Auto und Radfahrer? (abgerufen 2026)
- Volkswagen: E-Autos: Sicherheits-FAQ (abgerufen 2026)
- Kia: Bedienungsanleitung Niro EV, Portables Ladegerät (2023)
- Verbraucherzentrale: Elektroauto: Mit eigener Ladestation Solarstrom vom Dach laden (abgerufen 2026)
- ADAC: E-Auto: Gesundheitsgefahr durch Elektrosmog? (abgerufen 2026)
- ADAC: Elektroautos im Winter vorheizen (abgerufen 2026)
- Hyundai: Bedienungsanleitung, Einstellen des Aufladens und des Klimas (2026)
- ADAC: Mit dem E-Auto in die Waschanlage? (abgerufen 2026)
- ADAC Württemberg: E-Mobilität - Öffentliches Laden (abgerufen 2026)
- Kia: Bedienungsanleitung Elektrofahrzeug, Wenn die Ladeverbindung gesperrt ist (abgerufen 2026)
Quellen und redaktionelle Prüfung
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